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Die Nacht gestern war eisig kalt, laut einer lokalen Wetterstation einige 100 Meter entfernt waren es 3,9 Grad. Unser ganzes Schlafequipment ist aber eher auf 5 Grad ausgelegt. Zum Glück haben wir die Nacht aber trotzdem überstanden und morgens, als die Sonne herausgekommen ist, haben wir erstmal ordentlich geschwitzt, denn das Zelt war dann schnell sehr warm.
Morgens haben wir dann Besuch bekommen, als wir aufgewacht sind, war ein Vater mit seinem Kind im Kinderwagen auf der Bank neben uns gesessen. Der Vater ist dann erstmal in den Fluss gesprungen, an dem wir das Zelt aufgebaut hatten. Er hat eine Runde gedreht und als das Kind angefangen hat zu schreien ist er wieder raus, hat sich angezogen und die beide sind weiter.
Unsere nächsten Besucher war das örtliche Fußballteam. Mit einer Betreuerin haben wir uns gut unterhalten, das Team macht heute Teambuilding, sie fahren Kanu, veranstalten einige Spiele und grillen dann. Was genau das zu bedeuten hatte, haben wir gleich darauf raus gefunden. Während wir versucht haben, uns nicht von den Mücken fressen zu lassen, haben die Fußballer ca. sechs Kanus ins Wasser getragen und sind dann auch weggefahren.
Wir hatten uns schon, bevor die Fußballer kamen, im sau kalten Fluss gewaschen. Ich mit der Wasserflasche am Ufer, Moritz auf dem direkten Weg.

Nach den Fußballern ging dann der Besuch weiter. Der Besitzer des Grundstückes stand vor uns. Er baut Aktivitäten für die Fußballer auf. Wir haben dann erfahren, dass er das Grundstück an die Gemeinde verpachtet, für eine Schwedische Krone im Jahr (1 Euro = 11,5 Schwedische Kronen). Er hat die Hütten errichtet und macht hier irgendetwas mit Kanus (was genau hab ich vergessen).
Der Besitzer, der übrigens die ganze Zeit auf Deutsch mit uns erzählt hatte meinte dann, ob wir auch Englisch können, und ob er uns im Livestream interviewen dürfte für seinen Facebook und Instagram Account. Gesagt getan, er hat Fragen gestellt, wir haben geantwortet vor laufender Kamera.
Falls jemand mit Facebook-Account einmal schauen möchte, hier ist der Link zum Profil: https://m.facebook.com/kanotochkajak/?wtsid=rdr_0BmMrY9wWhKl9Re2D. Da wir beide keinen Facebook Account haben, konnten wir jetzt nichts finden.
Auch der Besitzer war gleich großer Fan von unserer Tour.
Wir sind dann weiter gefahren, was wenig spektakulär war, sind gefahren und gefahren. Haben eingekauft im Lidl, wobei uns aufgefallen ist, für den Wagen braucht man keinen Chip, keinen Euro, gar nichts. Und die Wägen standen trotzdem ganz akzeptabel in einer Schlange. Zu den Einkaufswägen haben wir folgende Theorien: Entweder alle stellen die Wagen so schön zurück, dass es nicht gebraucht wird. Oder es liegt daran, dass alle mit Karte zahlen und niemand Münzen in der Tasche hat.

Für uns ist der Supermarkt übrigens relativ günstig, denn der Wechselkurs stand das letzte mal bei der Finanzkrise so niedrig, bzw. so hoch. Für 4 Brezeln, eine Tafel Schokolade, eine Tüte Gumibärchen und eine art Instantsuppe. Haben wir heute knapp acht Euro gezahlt.
Nach dem Einkauf sind wir dann weitergefahren, um unser Tagesziel zu erreichen.
Als wir das Tagesziel erreicht hatten,l war es gerade einmal 16 Uhr und wir dachten, dass wir noch ein Stück weiter fahren. Gesagt getan, nur leider hatten wir dann das Problem, dass wir mitten in steinigem Gebiet fuhren. Nachdem wir eine mögliche Campingstelle nach der anderen liegen lassen mussten, mal weil es neben Häusern war, mal weil wir nicht mitten im Wald alleine campen wollen.
Eine Stelle, die wir versucht hatten, war zu steinig, sodass sich die Heringe des zeltes nicht haben in den Boden stecken lassen.
Ziemlich verzweifelt haben wir dann ein paar Schweden gefragt, die uns nicht nur gleich gesagt hatten, dass es ein paar Kilometer weiter besser wäre, sondern uns auch gleich Wasser angeboten haben. Moritz, der seine Flasche gefüllt hatte, wurde dann noch kurzerhand eingespannt zum Couch aus dem Haus tragen.

Hier haben wir gefragt (fast alle häuser sehen genau so aus)
Wir fuhren also weiter und weiter. Da es irgendwann spät wurde, sind wir nun auf dem Campingplatz eingekehrt, hier ist es zwar auch steinig und die Heringe so langsam verbogen, aber wir haben ein Plätzchen. Außerdem sprechen die Betreiber sogar deutsch. Morgen wird geduscht.
Wir haben übrigens durch unsere Unterhaltungen so einiges über die Mückensituation herausgefunden.
Erstens, dieses Jahr ist es besonders Schlimm.
Zweitens, die aktuelle Zeit ist die Schlimmste. Die letzten Wochen war es wohl sehr nass und jetzt mit der Wärme sind die Mücken explodiert.
Und Drittens, im Norden sind die Mücken noch deutlich schlimmer. Allerdings ist es dort ca. drei Wochen später. Mit viel Glück wären wir also aus Schweden raus, bis es noch schlimmer wird. In Norwegen und Finnland gibt es allerdings auch Mücken und nicht gerade zu wenige.
Das war unser Tag, 125 km statt der geplanten 80.
Wie weit wir morgen kommen, wissen wir nicht, schauen wir mal wie es läuft. Der Plan sind 80 km.