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In unserem Toilettenhäuschen haben wir heute Nacht tatsächlich ganz gut geschlafen und hatten nur einmal Besuch. Heute Vormittag hat einer der Bewohner sein Essen aus dem Kühlschrank geholt.
Immerhin war es warm und trocken. Nur bin ich heute morgen aufgewacht und meine Isomatte hatte deutlich weniger Luft, als sie noch gestern Abend hatte. Ich muss das die nächsten Tage mal beobachten.
Also raus aus dem Häuschen, rauf aufs Fahrrad und in den kleinen Supermarkt im Ort.

Der Supermarkt hatte eher eine dürftige Auswahl, unsere Ausbeute bestand aus einer großen Flasche Wasser, wie sich herausstellte war es Sprudel, und ein paar Muffins fürs Frühstück.
Nachdem wir dann die Muffins gegessen, mehr oder weniger erfolgreich die Kohlensäure aus dem Sprudel geschüttelt und es in unsere Flaschen gefüllt hatten ging es weiter.
Wir fuhren heute entlang der „E45“ von „Svappavaara“ über „Vittangi“ nach „Övre soppero“.



In Vittangi waren wir einkaufen, denn heute gab es auf unserer Strecke von 80 km nur zwei Supermärkte, an unserem Start und eben in Vittangi.
Wir haben also Abendessen gekauft, denn das Hotel, bei dem wir heute morgen angerufen hatte meinte schon, hier gibt es nichts zu essen.
Da wir noch drei Stunden Weg bis zur Unterkunft vor uns hatten, haben wir heute Köttbular in Dosen und Kartoffelbrei als Pulver gekauft.
Außerdem gab es eine kleine Zwischenmahlzeit mit allem was wir halt so gefunden haben im Supermarkt. (Was Gescheites gab es aber nicht.)
Wieder auf dem Rad sind wir durch die praktisch gleiche Landschaft wie gestern schon. Nur noch leerer alles, bis auf einen kleinen Ort gab es nichts, nur Natur und ein paar Stromleitungen.















Die Strecke bis hier her war gut zu fahren, es waren 15 Grad. Für uns sind das fast schon tropische Temperaturen. Doch kurz nach unserem Einkauf fing es an, leicht zu tröpfeln.
Als die Tropfen mehr wurden, hielten wir an, Moritz zog die Regenjacke, ich die Schuhüberzieher.


Im Regen fuhren wir noch über zwei Stunden, bis wir unsere Unterkunft erreicht hatten.
Ich hatte heute morgen schon ein Zimmer gebucht, um uns vor so einem Debakel wie gestern zu bewahren.
Bei der Unterkunft stand erstmal niemand an der Rezeption. Also nochmal die Nummer gewählt, eine Frau kam. Sie zeigte uns unser Zimmer, meinte dass wir gehen können, wann wir wollen und dass wir den Schlüssel einfach stecken lassen sollen. So einen einfachen Checkout hatte ich in Deutschland noch nie.
Hier im Gemeinschaftsraum sind wir dann auf ein älteres deutsches Ehepaar getroffen. Sie sind mit dem Schiff nach Norwegen gefahren und jetzt mit den Fahrrädern Richtung Süden.
Sie haben uns ein Feuerzeug geschenkt (dafür nochmal danke), denn das haben wir daheim liegen lassen. Und gemeint, dass auf der morgigen Etappe wirklich gar nichts ist. Kein Supermarkt, kein gar nichts. Wir sind also gespannt.
Auf jedenfall haben wir uns gut unterhalten. Währenddessen haben wir dann unser Essen gekocht, das erstaunlich gut war. Kann man öfter essen.
Und jetzt kommt ein großes Highlight. Denn heute ist Halbzeit. Und ausgerechnet zur Halbzeit geht es zum ersten mal in 19 Tagen in ein richtiges Bett. In den letzten 19 Tagen haben wir entweder im Bus oder auf der Isomatte geschlafen. Heute Nacht wird einfach purer Luxus.
Und damit endet auch dieser Eintrag, mit einer hoffentlich guten Nacht.
Bedanken möchte ich mich auch noch bei über 150 Lesern in der letzten Woche. Wegen dieser Zahl und den Kommentaren schreib ich jeden Abend einen Blogeintrag und hab das auch weiterhin vor. Mittlerweile mit mehr Bildern und einer genaueren Routenbeschreibung.