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Im zweiten Anlauf haben wir es heute früh in den Zug geschafft. Wir waren mehr als pünktlich, wir waren 10 Minuten zu früh. Nur der Zug war nicht da.
Ein Zug nach dem anderen rollte durch den Bahnhof, erst eine Lok, wir dachten es wäre unsere, sie fuhr weiter.
Dann ein riesiger Güterzug, nur mit Holzwaggons, wir dachten es hört nicht mehr auf. Und alles leer, kein einziger Stamm geladen.

Dann kam noch ein Güterzug, diesmal in die andere Richtung, diesmal mit Containern beladen und auch ewig lang.
Die Züge waren durch, unser Zug hätte auch schon abfahren sollen, es kommt eine Ansage. Verstanden haben wir nichts, außer unsere Zugnummer. Kurz darauf kam die Bahn dann. Mit knapp 15 Minuten Verspätung.
Die Züge hier haben eigentlich alle eine Stufe vom Bahnsteig in den Zug, außer an einer Tür. Dort geht es ebenerdig in den Zug, und im Zug über Treppen nach oben. Wir schoben unsere Fahrräder in den Zug, die Treppen mussten wir tragen, was mit dem Gepäck gerade so ging.
Heute waren die Fahrradplätze ganz anders, wir mussten nichts hängen, stattdessen wurden sie stehend mit einer Art Anschnallgurt befestigt, wie es ihn auch in den Deutschen Zügen gibt. Unser Gepäck konnten wir am Rad lassen, was sehr angenehm war.

Der Zug fuhr los, wir haben unseren Platz eingenommen und die erste Fahrt von dreineinhalb Stunden konnte beginnen.

Es ging durch Schweden, gesehen haben wir vor allem Bäume, Bäume und noch mehr Bäume.
Ab und zu kam ein Feld, oder ein See. Die aber so schnell an uns vorbei sausten, dass ich kein Foto machen konnte, obwohl ich es jedes mal probiert hab.
Die ganze Zeit über hab ich schon nervös die Verspätungsinformation auf dem Handy aktualisiert, denn wir hatten immer noch Verspätung. Und wir hatten ja noch den gefürchteten 6 Minuten Umstieg.
Was macht man also im fremden Land, wenn man keine Ahnung hat? Jemanden Fragen.
Gefragt hab ich den Fahrkartenkontrolleur, der gleichzeitig auch das Bistro betreibt und auf dem Bahnsteig aufpasst.
Erklärt hat er mir, dass der andere Zug warten würde und wir müssten auch nicht nach dem Gleis schauen, er fahrt gegenüber.
Die Haltestelle kommt also, wir machen uns bereit, schnell den zug zu verlassen um unseren Anschluss zu erwischen. Nur war auch hier kein Zug.
Der zweite hatte noch deutlich mehr Verspätung wie der erste Zug, also standen wir auf dem Bahngleis und warteten.
Kurzes Zwischenfazit: Von vier Zügen, waren drei verspätet.
Den einzigen scheinbar pünktlichen Zug auf unserem Schwedentrip haben wir verpasst.
Fast wie zuhause in Deutschland.
Der Zweite Zug war das gleiche Modell, wir wussten ja schon, wie wir die Räder stellen können und haben es exakt so wieder gemacht.
Ab ging die zweite Fahrt, nochmal zweieinhalb Stunden.
Erstmal ging es zu einem Bahnhof, in dem massig Holz lagerte. Hier stand scheinbar auch eine weitere Papierfabrik, mittlerweile hatten wir schon einige gesehen, größere und kleinere. Auf jeden Fall überall Papierfabriken.

Ab dann ist der Zug nur noch in die andere Richtung gefahren.
Durch ähnliche Landschaften, Bäume, Seen und auch viele kahlgeschlagene Wälder.



Und es ging über den Polarkreis, ganz anders als gedacht und ganz unspektakulär, kein Hüpfen, kein Schild. Der Zug ist einfach drüber gefahren.
Die Bahn hat im Norden nur ein Gleis und unser Zug musste ständig auf den Gegenverkehr warten, bis dieser die Strecke freigegeben hat.
Aufgrund der vielen Stops haben wir unseren Bahnhof dann mit satten 40 Minuten Verspätung erreicht.


Ich hab mal rumgefragt, die Einheimischen meinten, das ist immer so und letztens hatten sie sogar 6 Stunden Verspätung.
Jetzt haben wir gegessen, heute so richtig Fertiggericht aus der Mikrowelle. Denn der Backofen hier ist kaputt.
Das ganze Servicegebäude auf dem Campingplatz ist kaputt. Wir müssen jetzt im Sportheim des örtlichen Füßballclubs duschen und auf die Toilette. Der Campingplatz ist der mit Abstand schlechteste auf unserer ganzen Reise (bisher).
Aber morgen geht es ja weiter. Weiter Richtung Nordkap.