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Ich habe gestern ganz vergessen über die netten Finnen zu schreiben, die wir abends auf dem Campingplatz getroffen haben. Sie waren mit dem Wohnmobil unterwegs und hatten den Stellplatz neben uns.
Sie wohnen in Lappland und waren viel in Norwegen, Schweden, Finnland und eigentlich der ganzen Welt unterwegs, mit Camper oder Motorrad.
Mit ihnen sind wir unser komplette Route durchgegangen. Wurden in allem Bestätigt, was das Navi vorgeschlagen hat. Sie meinten, dass die Mücken da oben erst in der 2. Juni Woche kommen und aktuell gar nichts wäre. Weiter hieß es, dass Schweden und Finnland relativ gleich wären von der Landschaft. Norwegen soll dagegen wunderschön sein. Auch vom Preis her liegen Schweden und Finnland ziemlich gleich, Norwegen ist normal teuer, aktuell aber sehr günstig.
Wir haben uns dann weiter unterhalten, alles auf Englisch natürlich. Ganz beiläufig meinte der Mann zu uns, wir sollen vorbei kommen, die Sauna sei jeden Tag warm. Nur mussten wir unser Zelt aufbauen, am Abend war die Türe zu und noch bevor wir aufgestanden sind, waren die Finnen abgereist. Somit konnten wir sie leider nicht noch einmal genauer nach einer Adresse fragen, oder ob alles nur ein Spaß war.
Der Heutige Tag — Horror pur
Heute fing eigentlich gut an, wir haben den Campingplatz verlassen und sind auf unsere Route. Das Navi hat uns zuerst durch die Stadt, dann auf einige Feldwege geschickt. Soweit so gut, nur auf einmal standen wir dann auf der Auffahrt zur E4. Die E4 ist eine komplizierte Straße. Sie hat verschiedene Ausbaustufen, je nach Abschnitt. Das beste für uns ist die „alte“ E4, jede Richtung ein Fahrstreifen, sowie ein breiter Seitenstreifen. Dann gibt es aber auch Stellen, die sind Autobahn, jede Richtung 2 Fahrbahnen oder 1 Fahrstreifen und die Überholspur wechselt alle paar Kilometer.
Und wir waren heute praktisch den ganzen Tag auf dieser Autobahn unterwegs. Der Seitenstreifen praktisch nicht existent.

Man kann denke ich sehen, wie viel Abstand zwischen der Markierung und der Leitplanke ist. Wir hatten heute alle Zwischenstufen, von 1,5 Meter bis 1 cm.
Mit einem Abstand von ca 15–20 cm auf dem bepackten Fahrrad vom LKW überholt zu werden ist wirklich gar nicht schön.
Das war nicht alles vom heutigen Tage, denn Moritz hat Rückenschmerzen so, dass er nicht mehr fahren konnte, und ich mir scheinbar den Magen verdorben. Beide haben wir leichten Sonnenbrand und nach dem heutigen Tag keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
Denn die E4 ist die Verbindungsstraße zwischen Nord und Süd. Unsere Route führt bis kurz vor Finnland auf der E4, mit wenigen Abweichungen. Ob der Ausbau weiter oben für uns besser wird? Vielleicht. Aber wir wissen es nicht. Vielleicht wird es auch noch schlimmer.
Ich hab heute einen Satz gesagt, den ich auch nie gedacht hätte, dass ich ihn sagen würde. Aber mit dem Fahrrad auf der Deutschen Autobahn wäre mir lieber gewesen. Denn dort gibt es wenigstens IMMER den Standstreifen. Der verschwindet nicht einfach so, für viele Kilometer. Abstand vor allem zu den LKW und den Luftverwirbelungen die einen immer auf die Straße ziehen, wäre ein Traum und wichtig für unsere verletzungsfreie Weiterfahrt.
Wir sind nun übrigens auf dem Campingplatz, direkt neben unserer E4, es ist der günstigste Campingplatz bisher, für umgerechnet nichtmal 16 Euro.
Nach fast 100 km und vielen Höhenmetern, versuche ich heute Nacht weder zu erfrieren, noch zu frieren, wie letzte Nacht bei 4 Grad. Nur sagt der Wetterbericht nichts anderes voraus.
Jetzt noch ein paar Bilder.




